Bankkontenüberträge mit SAP

Am Ende Ihrer täglichen Finanzdisposition bzw. dem Planungsprozess im Cash Management stehen die Kontenüberträge zwischen Ihren Hausbanken an. Während die Kontenüberträge zwischen der Konzernmutter bzw. Holding und den angeschlossenen Tochtergesellschaften über ein automatisches Cash Pooling erfolgen kann (beispielsweise ein Zerobalancing), so müssen die „horizontalen“ Überträge zwischen den Hausbanken überwiegend manuell durchgeführt werden.


Wenn Sie diese Transfers nicht manuell in einem der gängigen Electronic-Banking-Softwarelösungen durchführen möchten, so stehen Ihnen im SAP-Standard eine Reihe an Werkzeugen zu Verfügung, die neben den Buchungen auch sofort die dazugehörigen Datenträger erstellen.


Ob Sie derzeit noch aktuell ein ECC 6.0 im Einsatz haben, oder bereits auf S/4HANA migriert haben, Sie finden umfassende Möglichkeiten im SAP-Standard wie Sie Ihre Kontenüberträge in die täglichen Dispositionsprozesse einbinden können. Schauen wir uns dazu einige der Möglichkeiten etwas genauer an.



Bereits im ECC 6.0 stehen zwei einfach zu implementierende Funktionen zu Verfügung. So können Sie beispielsweise mit den sogenannten Free-Form-Zahlungen (Transaktion FIBLFFP) einfach und schnell Überweisungen an Ihre Hausbanken tätigen. Explizit für Bankkontenüberträge ausgelegt sind Überweisungen, die Sie mit Hilfe von sogenannten Repetitive Codes (Transaktion OT81) auslösen können. Dabei handelt es sich um frei definierbare Schlüssel die gleichbleibende Informationen bzw. Daten im Zahlungsverkehr zwischen Sender- und Empfängerbanken ermöglichen. Ein zusätzliches bzw. aufwendiges Customizing entfällt in beiden Fällen, da die Zahlungen auf Basis von F111-Zahlungsanordnungen erzeugt werden.


Beide Funktionen stehen Ihnen in dem Zusammenhang auch unter S/4HANA weiterhin zu Verfügung.


Haben Sie das Cash Management im ECC 6.0 aktiviert, oder sie nutzen den Grundfunktionsumfang des Cash Management in S/4HANA, so können Sie zwei weitere Werkzeuge für Ihre Kontenüberträge verwenden. So können Sie beispielsweise manuelle Planposten oder „Memo Records“ für Ihre Kontenüberträge anlegen. Neben der direkten Sicht auf Ihren Tagesfinanzstatus durch den Planposten können Sie über die Transaktion FF.D auch automatisch Zahlungsanordnungen aus den Finanzdispoavisen erstellen.


Möchten Sie die Kontenüberträge lieber automatisiert durchführen, so steht Ihnen im Rahmen des SAP Cash Management die Funktion des automatisierten Bankkonten-Clearing mit Hilfe der Transaktion FF74 zu Verfügung. Sie definieren dazu Zahlwegkonten, Plan- und Mindestsalden und steuern über die im Customizing definierten Einstellungen die Konten für die automatische Verbuchung der Überträge.


Im Rahmen eines Clearingvorschlags können Sie Beträge anpassen und so vor der Verbuchung bzw. der Datenträgererstellung Beträge nach Ihren Wünschen korrigieren.


Werfen wir abschließend nun noch einen Blick in S/4HANA, oder konkret in den vollen Funktionsumfang des Cash Management. Mit dem Release OP 1809 wurde hier die Funktion der Kontenüberträge erweitert. Dazu stehen Ihnen nun eine Reihe an Apps zu Verfügung, mit deren Hilfe Sie schnell und einfach Ihre Cash Pools verwalten können. So können Sie beispielsweise über die App „Cash Pools verwalten“ Ihre Cash Pools definieren, und im weiteren Verlauf in der App „Bankkonten verwalten“ zuordnen.



Prüfen Sie im Anschluss Ihre Transfers über die Apps „Kontenclearing verwalten“ bzw. dem „Cash-Pool-Umbuchungsreport“.


Nach der erfolgreichen Erstellung des Datenträgers können Sie diesen über ein optionales SAP Bank Communication Management (BCM) autorisieren und mit Hilfe von SAP Multi-Bank Connectivity (MBC) zu Ihren Hausbanken übermitteln.


Wenn Sie weitere Details zu den aufgezeigten Möglichkeiten kennenlernen möchten, so besuchen Sie einfach einen der Implementierungskurse WDE805 für ECC 6.0 Systeme, oder den S4F41 für S/4HANA.

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